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Upcycling: zum Nachahmen empfohlen

Upcycling alter Stoffe zu neuen Unikaten. Foto: Heather

Upcycling ist das Zauberwort für die zu kurz gewordene Jeans Auch der Pullover, der nicht mehr richtig sitzt oder das Flanellhemd, das um den Bauch spannt, können aufgewertet werden. Wer kennt das nicht? Oft sind Kleidungsstücke zu schade zum Wegwerfen. Aber sie können auch nicht mehr als solche getragen werden. Mit ein klein wenig Geschick findet sich vielleicht eine neue Verwendung.

Welche das sein könnte, weiß Anja Aull aus Steinfeld. Ich hatte im Frühjahr dieses Jahres das Glück, Frau Aull kennenzulernen. Im Internet bin ich auf der Suche nach Upcycling-Projekten auf sie und ihre Textilwerkstatt „Freu dich!“ gestoßen. Und ich durfte sie dort besuchen. Neben ihren vielen fantasievollen Unikaten hat mich auch der kreative Kopf dahinter begeistert. Vielen Dank, dass ich einen Einblick in Ihre Arbeit gewinnen konnte!

Anja Aull fertigt in ihrer Textilwerkstatt mit Upcycling neue Einzelstücke.

Mit Upcycling-Stücken immer richtig angezogen

Frau Aull trägt ihre eigenen Hosen bis sie „auseinanderfallen“. Nur selten kauft sie sich etwas Neues zum Anziehen. Das meiste, wie klassisch geschnittene Blusen oder einen Jerseyrock, näht sie sich bei Bedarf selbst. Wenn sie dafür mal nichts Gebrauchtes verwendet, sind die Teile trotzdem nachhaltig: Sie sitzen perfekt, werden lange aufgetragen und Aull hat nur so viele Kleidungsstücke im Schrank, wie sie auch anzieht. „Wenn man Kleidung aus tollen Stoffen mit ein paar wenigen Accessoires kombiniert, ist man immer richtig angezogen“, sagt sie.

Upcycling-Nähkurse für Kinder und Erwachsene

Ihr Wissen gibt die zweifache Mutter weiter: in Nähkursen an Kinder und Erwachsene. „Ich versuche gerade bei den jungen Teilnehmern einen Samen zu legen“, erläutert Aull. Sie versuche zu vermitteln, dass man an selbst hergestellten Dingen mehr Freude habe, als an gekauften Sachen. „Man behandelt sie mit viel mehr Wertschätzung.“

Ihr persönlicher Wunsch ist es, eine Upcycling-Kollektion an Hosen, Röcken und Blusen aus alten Jeans und abgetragenen Herrenhemden anzufertigen und verkaufen zu können. Aull weiß aber auch, dass sie den Tatsachen ins Auge blicken muss: Ihre Arbeitszeit ist vielen Kunden zu teuer, der Vertrieb über das Internet zu aufwendig, Hausen liegt zu weit abseits für Laufkundschaft und einen Upcycling-Laden, der die Ware vertreiben könnte, gibt es in der näheren Umgebung nicht. Und trotzdem glaubt die Steinfelderin fest daran, dass sich immer mehr von der Idee des Upcycelns begeistern lassen. „Ich hoffe, dass ich mit meinem Engagement andere Menschen anstecken kann.“

Die vielen Ideen rund ums Nähen haben mich derart begeistert – dass ich, kaum zu Hause, die Maschine, Nadel und Faden auspackte und aus alten Stoffen eine Kuscheldecke für die Kinder nähte!


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Fotos: Dorothea Fischer / Heather

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