Geschrieben,  Public Relations

Im Verein Gutes tun und darüber reden

Unterwegs in der Nähe der Donaustadtbrücke zum Müllsammeln für das NaturPutzer Projekt.
Foto: Global 2000

Immer wieder erzählen mir Verantwortliche eines Vereins, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit von den Medien bekommen. Ich beobachte, dass ein Verein oft scheinbar auf sein Glück wartet. Er wartet darauf, dass die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam wird. Die Mitglieder machen „ihr Ding“ hinter verschlossenen Turnhallentüren oder im Taubenschlag.

Es gibt Organisationen, die Gutes tun, und jeder weiß es. Es gibt aber auch Vereine, die Gutes tun, und keiner weiß es. Das könnte daran liegen, dass sie gar kein Bedürfnis haben, über ihre Taten zu berichten (dann brauchen sie nicht weiter zu lesen). Die meisten wissen aber vermutlich gar nicht, wie sie die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen.

Dabei ist es gar nicht schwer, mit der richtigen Präsentation des Sportvereins oder des Taubenzuchtvereins – um die oben genannten Beispiele fortzuführen – im Gespräch zu bleiben. Allerdings kostet das etwas Zeit. Und manchmal kostet es den Verein auch ein bisschen Geld. Übrigens sind PR- (Public Relations) und Markting-Maßnahmen nicht dasselbe. Werbung (Marketing) sind kurzfristige Kampagnen. Sie beziehen sich auf Projekte oder einzelne Veranstaltungen.

Maßnahmen zur Verbesserung des Vereins-Images

Bei der Öffentlichkeitsarbeit handelt es sich um langfristige Maßnahmen. Sie betreffen vor allem das Image einer Institution. Sie sollen die Beziehung zwischen dem Verein und seinen Bezugsgruppen pflegen. Bezugsgruppen sind zum einen die breite Öffentlichkeit und potenzielle Mitglieder. Aber auch die bereits vorhandenen Mitglieder oder Sponsoren sollten das Ziel der Kommunikation sein. Vielleicht gibt es in Ihrem Verein noch andere Bezugsgruppen?

Spätestens damit hat sich die Frage, ob Öffentlichkeitsarbeit einem Verein überhaupt etwas bringt, erledigt. Durch die passenden Maßnahmen wird der Verein bekannter und erlangt ein positives Image. Führen Sie eine Veranstaltung oder ein Projekt durch, hilft Ihnen die Kommunikation nach außen und innen, wahrgenommen zu werden.

Was machen eigentlich die Mitglieder des Taubenzuchtvereins? Verschiedene Maßnahmen können helfen, das Image eines Vereins zu verbessern.
Foto: Peter Langela

Und wie geht man nun vor?

Einer der wichtigsten Punkte vorab: Nur eine oder wenige Personen sollten sich um die PR des Vereins kümmern. Sie müssen über die grundsätzliche Orientierung, aber auch über Neuerungen und Aktivitäten innerhalb der verschiedenen Sparten des Vereins informiert sein. Nur so können sie entscheiden, wann es sich lohnt, Informationen an Interessierte weiterzuleiten. Wer sich zu dieser Öffentlichkeitsarbeit entschließt, sollte seine Aktivitäten stets langfristig planen, nicht vorschnell handeln.

Welche PR-Möglichkeiten gibt es? Welche Medien wollen Sie nutzen bzw. welche Medien nutzen Ihre Bezugsgruppen vorrangig? Und welche sollten sinnvollerweise eingesetzt werden?

Was macht ein großer Verein?

Grundsätzlich schadet es nie, mal bei einem anderen Verein oder bei einer Organisation zu schauen, was die so machen. Vielleicht lässt sich ja das ein oder andere adaptieren. Auch ein Blick auf die Großen schadet nicht: Wie begeistert ein Fußball-Bundesliga-Verein die Öffentlichkeit? Welche Veranstaltungen bewirbt ein Automobilclub? Was bietet eine Krankenkasse, um Mitglieder zu gewinnen? Wie werden große Volksfeste gepusht? Und umgekehrt sollte man auch mal hinterfragen, wie reagiert wird, wenn kritische Stimmen laut werden und ein Imageschaden droht.

Jetzt ist Kreativität gefragt: Wie kann man die Tricks der Großen geschickt im eigenen Verein umsetzen?

Ideen zur Kommunikation

  • Klassisch: die Pressemitteilung
    Oft sind die lokalen Medien eine wichtige Informationsquelle für Vereinsinformationen. Sie berichten über große Feste, Vereinsjubiläen, gemeinnützige Aktionen, Jahreshauptversammlung, Auszeichnungen von Mitgliedern etc. Für Lokaljournalisten ist es wichtig, dass sie mit Pressemitteilungen möglichst wenig Arbeit haben. Deshalb sollte man die dort geltenden Regeln kennen (Textlänge, nur wichtige Informationen, gewünschter Empfänger etc.). Es schadet sicherlich nicht, wenn Neueinsteiger in der Redaktion nachfragen.

    Vielleicht können Sie Ihre Information nicht nur an die Tageszeitung, sondern auch andere örtliche Medien versenden – Anzeigenblätter, relevante Internetseite mit Veranstaltungskalendern etc. Denn „Presse“ ist nicht nur die Tageszeitung, sondern das sind auch andere Printmedien, Fernsehen, Radio, Internetunternehmen. Hilfreich ist es, einen Presseverteiler einzurichten, den man immer wieder verwenden kann.
  • Innovation: ein Tipp an den Journalisten
    Ihr Verein wird durch etwas ausgezeichnet, das sonst keiner hat? Sie bieten eine Sportart an, die es im weiten Umkreis nur bei Ihnen gibt? Sie haben eine neue Kartoffelsorte gezüchtet? Die Briefmarkenfreunde haben eine Marke von unschätzbarem Wert? Bei Ihnen trainiert die jüngste Motorsportfahrerin und ist sehr erfolgreich? Dann geben Sie den Journalisten der Lokalredaktion einen Tipp. Diese sind immer auf der Suche nach interessanten Themen.

Im Internet aktiv

  • Online: Internetseite des Vereins
    Vereine mit einer eigenen Seite im Internet können sich auf vielfältige Weise präsentieren. In der heutigen Zeit sollte eine Homepage immer Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit eines Vereins sein.
  • Weltweit: Social Media
    Egal ob Facebook-Fanseite, Twitter, Snapchat, Instagram & Co.: Wenn Sie in der Lage sind, regelmäßige interessante Inhalte zu veröffentlichen, können sie Social-Media-Plattformen zum Informationsaustausch mit Ihren Bezugsgruppen nutzen. Sie sollten sich allerdings mit den Möglichkeiten der Kanäle vertraut machen und sie kreativ nutzen. Gleiches gilt übrigens auch für regelmäßige Informationen, zum Beispiel Newsletter oder Messanger.
  • Zum Anfassen: Tag der offenen Tür
    Ein Tag der offenen Tür bietet die Möglichkeit, den Verein mit all seinen Facetten vorzustellen. Er ist allerdings mit viel Organisation und Aufwand verbunden. Ist die Veranstaltung gelungen, wird dies dem Image des Vereins zugutekommen.
  • Visualisiert: eigene Medien produzieren
    Wer sich mit den Themen Video, Audio und Fotos schon mal beschäftigt hat, der kann auch eigene Filme oder Podcasts produzieren, um Aufmerksamkeit für den Verein zu bekommen. Doch Vorsicht: Anfängerfehler lassen die Arbeit schnell auch danach aussehen. Also besser erst mal üben oder professionelle Hilfe holen, bevor die Imagekampagne nach hinten los geht!

Ich hoffe jedem ist klar, dass die oben genannten Informationen nur sehr spärlich sind und nur einen winzigen Bruchteil dessen abbilden, was es zum Thema zu sagen gibt. Gerne stehe ich mit meinem Fachwissen für Fragen zur Verfügung.

Weitere hilfreiche Informationen finden sich hier:

Links und Tipps: Nachhaltigkeit & PR

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